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Expertenwissen, Testberichte, Kaufberatung

Mähroboter auf öffentlichen Flächen – wichtige Fragen zu Sicherheit und Haftung

Autor

Dennis

Veröffentlicht

05.01.2023

Mähroboter auf öffentlichen Flächen
stock.adobe.com

Beim Einsatz von Mährobotern auf öffentlichen Flächen stellen sich viele Fragen. Wenn Du selbst einen Mähroboter in Deinem Privatgarten hast, dann weißt Du, wie Du mit ihm umgehen musst. Auch Deine Familienmitglieder sind mit dem Gerät vertraut. Alle wissen, dass der Roboter über scharfe Klingen verfügt. Es kann also immer zu Situationen kommen, bei denen beispielsweise spielende Kinder oder Haustiere verletzt werden, wenn Erwachsene mal einen Moment nicht aufpassen. Deshalb gelten für Mähroboter auf öffentlichen Flächen nicht nur technische Anforderungen, sondern noch weitere Regeln, über die wir an dieser Stelle einen Überblick geben möchten.

Was sind öffentliche Flächen?

Unter öffentlichen Flächen sind Parks oder andere Grünflächen zu verstehen, die unter kommunaler beziehungsweise nicht-privater Verwaltung stehen. Dazu gehören beispielsweise auch Sportplätze oder gewerbliche Grünflächen. Diese können sich nämlich im Besitz von Vereinen oder Firmen befinden. In diesem Fall haben Mitglieder oder Beschäftigte Zutritt zu diesen Flächen. Die Befugnis zum Betreten der Flächen ist demnach nicht auf einen engen Kreis von Einzelpersonen beschränkt.

Mähroboter auf öffentlichen Flächen
stock.adobe.com

Technische Anforderungen an Mähroboter auf öffentlichen Flächen

  • Ein besonderes Merkmal öffentlicher Flächen ist, dass sie meist deutlich größer sind als Privatgärten, sodass ein Mähroboter, der nur auf 500 m² ausgelegt ist, eher ungeeignet scheint. Als Größenvergleich für unterschiedliche Flächen wird oft ein Fußballfeld genommen. Die Normgröße eines solchen Spielfeldes ist 7140 m².
  • Auf Golfplätzen oder in Parks kommt größtenteils eine anspruchsvollere Topologie des Geländes ins Spiel. Es kann sein, dass seitens der Mähroboter auf solchen öffentlichen Flächen Steigungen von bis 70 % bewältigt werden müssen.
  • Aufgrund der Größe der Flächen kommt es häufig vor, dass nicht nur ein Mähroboter die öffentliche Fläche beackert, sondern dass eine Flotte benötigt wird. Fußballvereine wie der FC St. Pauli oder die TSG Hoffenheim bewirtschaften nicht nur ein Spielfeld, sondern lassen auch benachbarte Trainingsfelder mähen.
  • Um eine effiziente Bewirtschaftung zu ermöglichen, ist ein Flottenmanagement notwendig, welches zentral von einer Person gesteuert werden kann. Nur so werden Mitarbeiter, die für die anderweitige Pflege der Grünflächen verantwortlich sind, sinnvoll entlastet.
  • Unbefugten muss eine Bedienung der Mähroboter auf öffentlichen Flächen verwehrt bleiben.
  • Der Diebstahlschutz muss in hoher Qualität sichergestellt werden.

Haftungsfragen bei Mährobotern auf öffentlichen Flächen

Zunächst noch mal ein Blick auf die private Verwendung. Jeder Hersteller von Mährobotern weist darauf hin, dass die Geräte nicht unbeaufsichtigt mähen sollen, wenn sich Kinder oder Tiere in der Nähe aufhalten. Eine ständige Aufsicht, und das über sechs bis zehn Stunden am Tag, führt den Kerngedanken der Arbeitsentlastung jedoch ein wenig ad absurdum. Aber selbstverständlich kannst Du den Mähroboter auch auf Zeiten programmieren, in denen Du sicher sein kannst, dass keine Kinder in Deinem Garten spielen, beispielsweise nachts. Dies machen sich auch die Betreiber öffentlicher Flächen zunutze, die die Mähroboter nur dann einsetzen, wenn sie den Zugang zu den Flächen für Unbefugte unterbinden oder einschränken können.

Sicherheitsvorkehrungen für Mähroboter auf öffentlichen Flächen

Ob privat oder öffentlich, die Sicherheitsvorkehrungen für Mähroboter auf Flächen aller Art sind bereits sehr ausgereift. Neben dem Diebstahlschutz, beispielsweise durch lauten Alarm, ist mittels einer umfangreichen Sensorik sichergestellt, dass Hindernisse erkannt werden können und dass die Mähroboter nicht ausbüxen. So können Beschädigungen ausgeschlossen beziehungsweise minimiert werden, die einerseits am Roboter selbst oder durch den Roboter entstehen. Bei Fehlfunktionen bleiben die Roboter stehen und richten keinen Schaden an. Der Schutz gegen unbefugte Bedienung wird beispielsweise bei Husqvarna dadurch sichergestellt, dass Mähroboter auf öffentlichen Flächen kein Display und keine Eingabeschnittstelle aufweisen. Sie werden zentral gesteuert.

Arbeitseinsatz von Mährobotern auf öffentlichen Flächen – so sieht die Umsetzung aus

Vorreiter auf dem Gebiet der Mähroboter für öffentliche Flächen war Husqvarna, die bereits 2018 mit drei Modellen auf den Markt kamen, die sich innerhalb einer Flotte einsetzen ließen. Kernstück war das „Fleet Services“ Programm, mit dem sich der genaue Aufenthaltsort und Status der auf den öffentlichen Flächen arbeitenden Mähroboter detektieren ließen. Das Programm wird zentral von einem Verantwortlichen gesteuert, der auch kurzfristig Änderungen an den Arbeitsaufträgen für die einzelnen Roboter vornehmen kann. Dazu werden GPS und zellulare Kommunikation verwendet. Eine Befehlseingabe direkt am Einsatzort ist dagegen nicht möglich. Die Positionsbestimmung mittels GPS-Ortung ist auch Teil des Sicherheitskonzepts. PIN und Alarm sollen zwar vor Diebstahl schützen, aber wenn es doch einmal so weit kommt, kann der von der öffentlichen Fläche entwendete Mähroboter problemlos getrackt werden. Und über Allradantrieb kann zumindest ein Teil der Flotte auch anspruchsvoll steile Böschungen mähen.

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Die Konzepte sind bekannt und werden auch angewendet

Was Dir als Privatnutzer recht und billig ist, nämlich einen Mähroboter als Gartenhilfe zu Deiner Entlastung einzusetzen, das gilt auch für die Betreiber öffentlicher Flächen. Sportplätze und Parks lassen sich ebenso mit Mährobotern in Schuss halten wie Dein Garten, auch wenn dazu ein paar mehr Sicherheitsvorkehrungen notwendig sind und die Roboter etwas mehr leisten müssen. Aber dafür arbeiten sie in Mannschaftsstärke mit „Kollegen“ im Flottenverbund. Ob das die soziale Kompetenz der Roboter stärkt, ist bis jetzt allerdings noch ungeklärt.

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